Dann will ich einmal beginnen euch meine Praxiseindrücke zu schildern:
Transport, Verpackung und Aufbau:
Ich habe in meinen ersten Eindrücken schon etwas dazu geschrieben, dass da wohl einiges beim Transport schief gegangen sein muss und auch noch LG diesem zusätzlich Würze verleit, indem man die Standfüße nicht mehr vormontiert. Letzteres soll wohl Platz im Container schaffen, aber m.E. ist es nicht kundenfreundlich. Ohne zweiten Mann kann man das Gerät nicht montieren (sollte es aufgrund des hohen Gewichtes auch nicht ohne zweiten Mann transportieren - dieswar aber wohl den Transportfirmen egal...). Besser ist es gar noch einen dritten Mann zur Montage heranzuziehen. Auch die beigelegten Schrauben wirken nicht sonderlich hochwertig. Die wenigsten werden den LCD auch wirklich an die Wand hängen.
M.E. je dünner die TV´s und bei noch vorhandener LCD-Blickwinkelproblematik ist eine Wandmontage optisch die oft schlechtere Lösung. Das schaut nicht gut aus, wenn der TV - weil zur Blickrichtung angewinkelt - im oberen Rahmenbereich deutlich von der Wand absteht. Auf einem edlen Side-/Loweboard kommt das schlanke Design auch erst richtig zur Geltung, weil man die schlanke Bautiefe durch das Vorbeischauen optisch so erst richtig fassen kann: - "So dünn, aber doch so ein plastisches Bild".
Für eine Wandmontage ist eine Fremdanbieterlösung also optisch die meist schlechtere Wahl, wenn man das Gerät auch noch neigen will. Die Hersteller haben das Problem aber durchaus erkannt und das neue Konzept, den Standfuß zur Wandmontage weiterverwenden zu können (Samsung C9090, LG OLED-TV), halte ich für eine sehr gute Kompromisslösung.
HAPTIK/DESIGN
Endlich mal wieder ein LCD-TV der auch wie ein TV ausschaut. Großes Kompliment an LG, dass die dieses kantenlose Glasdesign eingeführt haben und nun auch bei LCD-TV´s anbieten. Deren übliche Kunsstofffolie mit dem aufgepappt wirkenden Klavierlackplastikrahmen mit oft schlechter Fugenverarbeitung, war mir schon immer ein Dorn im Auge. Ich konnte mich damit noch nie wirklich anfreunden. Die Glasscheibe macht den TV elegant und verleiht ihm mehr Stabiliät und die Reinigung wird auch erleichtert. Die Scheibe wird neben dem Standfuß auch noch ein wichtiges Designelement bei immer schlanker werdenden Gehäusen werden, denn ohne sie wirken TV´s wie z.B. der C9090 von Samsung schnell einmal wie langweilige Displays für Gewerbetreibende.
Viele Nutzer beklagen hingegen als großen Nachteil die Spiegelungen. In meiner Wohnraumumgebung war dies aber zu keiner Zeit ein Problem, die glänzenden Klavierlackplastikrahmen spiegel ja auch - egal ob da ein mattes Panels verbaut wurde oder nicht. LCD-TV´s sind auch heller als die alte Röhre und zudem nicht gewölbt.
Wenn die Sonnenstrahlen direkt auf einen TV treffen, sieht man auch bei einem matten Panel nicht mehr viel. Auch gibt es Lösungen eine Scheibe gescheit zu entspiegeln (den Kritikern muss ich aber recht geben, dass dies bei LG nicht zur Anwendung gekommen ist). Wer aber seinen TV gescheit auf seine Sitzposition ausrichtet und keiner direkten Sonnen-/Lampeneinstrahlung aussetzt, sollte auch mit dem LE8500 keine Probleme haben. Ob der TV im ausgeschalteten Zustand spiegelt ist sowieso egal (nur dass es so meiner Meinung nach im Wohnzimmer auch besser ausschaut, als wie ein dunkelgraues großes Loch bei den matten Panels) wenn es im Betrieb eh nicht mehr auffällt.
Weiter Designhilights neben der nur ca. 3cm Bautiefe sind die mittlerweile auch obligatorisch gewordenen beleuchteten Sensortasten und ein beleuchtetes Herstellerlogo, die dem TV noch etwas mehr Wertigkeit verleien.
Volle Punktzahl würde ich dem LG trotzdem nicht geben. Der Rahmen ist am Ende doch dicker geworden als zuvor auf der CES angekündigt und dass es von der Materialqualität als auch dem Design noch besser geht, zeigt LG selbst mit dem 31" OLED-TV. Auch kopieren nun andere Hersteller das Design und so ist es ähnlich wie bei dem schwarzen Klavierlackplastikrahmentrend, dass man die Logos beliebig ausstauschen könnte und man es schwer hat die TV-Designs den unterschiedlichen Herstellern zuzuordnen. Ebenfalls fehlt mir noch eine hellere Variante. Am Ende ist es auch wieder einmal ein schwarzer TV. Warum die Hersteller hier noch so zaghaft mit anderen Gehäusefarben agieren ist mir auch unverständlich. Z.B. mit weißen Milchglas wäre hier noch einiges möglich. Da ich selbst in der Innen-/Architektur/Gestaltungsbranche tätig bin, weiß ich was die gehobenere Kundschaft abseits von Heimkinoschwarz (macht das im Wohnzimmer denn wirklich Sinn?) wünscht und damit würde man bei dieser viele Sympathiepunkte sammeln. Ein TV ist am Ende doch auch ein Möbelstück und dass dies oft weit wichtiger ist als die bloße Technik, zeigt sich ja auch daran dass die Hersteller selbst mit Edge-LED den Trend schlanker Bauweise losgetreten haben. Also in Zukunft ruhig mehr Mut bei der Gestaltungsfrage des Rahmens. Es muss nicht immer Schwarz sein, denn die Masse ist überhaupt erst zu den Flat-TV´s gekommen weil diese optisch mehr hermachten als die alte fette Röhre. Man sollte den Kunden also ruhig mehr Auswahl bei der Rahmenfarbe geben.
Im Vergleich zur Fernbedienug des LH5000 ist die des LE8500 auch eine Verbesserung, ohne aber wirklich sonderlich wertig zu sein. Die Tastengruppierung ist logisch, die komplette Beleuchtung ein riesen Plus im abendlichen Wohnzimmer, sie liegt auch gut in der Hand, aber die Materialien und die optische Gestaltung könnte noch besser sein. Sie passt m.E. auch überhaupt nicht so recht zum edlen TV-Design. M.E. sollte das Design der TV-FB und des TV´s selbst eine größere Symbiose eingehen, als dies oft der Fall ist. So wirkt sie doch recht austauschbar. Samsung hat das beim C8090 z.B. deutlich besser gelöst. Beide Designs stehen stärker im direkten Zusammenhang, als dies bei der LG-Variante der Fall ist.